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Der Landkreis Görlitz stellt sich vor

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38 39 Bernstadt auf dem

38 39 Bernstadt auf dem Eigen – Stadt der Erdachse Bertsdorf-Hörnitz Bernstadt wurde 1234 erstmals in einer Urkunde des Bischofs von Meißen genannt. Innerhalb des um 1200 von frühdeutschen Siedlern im Pließnitztal angelegten Waldhufendorfes Bernhardisdorf wurde um 1250 der obere Teil dieser Ansiedlung nach regelmäßigem Plan erbaut und zur Stadt erhoben. Noch heute ist der Charakter frühdeutscher Gründung in der Stadtanlage sichtbar: der relativ große Markt, die davon rechtwinklig abgehenden Straßen und Gassen, die dem Markt unmittelbar benachbarte Kirche mit ihrer Wehrmauer. Erste Grundherren waren Friedrich von Schönburg- Glauchau und die Brüder Bernhard und Otto von Kamenz. Sie besaßen auch die Dörfer Altbernsdorf, Schönau, Berzdorf, Dittersbach und Kiesdorf. Diese Besitzungen nannten sie ihr „Eigen“. Deshalb ist dieses Gebiet, zu dem später Kunnersdorf und Neundorf hinzukamen, als „Eigenscher Kreis“ bekannt. Bereits im Laufe des 13. Jahrhunderts veräußerten die Besitzer Bernstadt und die Dörfer des „Eigens“ an das Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern. Die Stadt gelangte frühzeitig zu Marktrechten und anderen Privilegien. Das Innungswesen wurde gefördert und reges Handwerksleben entwickelte sich. Leinenweberei, Töpferei, Bierbrauerei, Pfefferküchlerei, besonders aber die Tuchmacherei prägten das Wirtschaftsleben. Nach vorübergehendem Niedergang im 30-jährigen Krieg kam das Tuchmacherhandwerk im 17. und 18. Jahrhundert zu neuer Blüte. Der Einzug mechanischer Spinn- und Webmaschinen im 19. Jahrhundert verdrängte das Tuchmacherhandwerk. Fabriken entstanden, die Baumwollund Grobgarnverarbeitung prägte bis zur Wende 1989/90 das Profil der Stadt. 1990 wurde mit der Produktion von Gesundheitsschuhen in der ehemaligen Baumwollspinnerei ein neuer Industriezweig ansässig. In Bernstadt sind heute ca. 213 Gewerbebetriebe und Handeltreibende angesiedelt. www.bernstadt.info Bertsdorf-Hörnitz liegt vor den Toren der Stadt Zittau. Seit Jahrhunderten ist hier die Textilindustrie ansässig. Besonders die Hausweberei prägte die Ortsbilder. So hat auch Bertsdorf-Hörnitz eine hohe Besiedelungsdichte sowie einen beachtlichen Bestand an traditioneller Bebauung, vor allem an Umgebindehäusern. Bertsdorf und Hörnitz haben unterschiedliche Entstehungs- und Entwicklungsgeschichten. Bertsdorf ist ein typisches Waldhufendorf, angelegt im 13. Jahrhundert. Seine über 3,5 Kilometer langgestreckte bandartige Dorfstruktur ist geprägt durch bäuerliche Drei- und Vierseithöfe sowie die relative Gebäudedichte der Dorfaue ohne industriellen Ansiedlungen. Hier wurde der Charakter des Südlausitzer Bauern- und Weberdorfes am besten bewahrt. In Bertsdorf ist zudem eine landwirtschaftlich geprägte Mischnutzung erhalten geblieben bzw. hat sich neu herausgebildet, wobei die Wohnnutzung heute den Vorrang hat. Hörnitz ist eine slawische Gründung. Der große Bauernhof ist kaum vorhanden. Interessante bauliche Ensemble sind das Althörnitzer Schloss, ein Renaissancebau von 1654, jetzt Schlosshotel, sowie das jetzt leer stehende „Neuhörnitzer Schlösschen“. Das Schlosshotel, eingebettet in dem von einem Pücklerschüler angelegten Park mit Schlossteich, ist Ausgangspunkt für Exkursionen zu den großen landwirtschaftlichen und baulichen Sehens-, Erlebens- und Liebenswürdigkeiten dreier abendländischer Kulturnationen der Region. Die Stadtnähe zu Zittau brachte es mit sich, dass in Hörnitz relativ zeitig auch reine Wohnsiedlungen entstanden. Am 1. März 1994 erfolgte der Zusammenschluss beider Orte zur Gemeinde Bertsdorf-Hörnitz. Die Gemeinde erhielt bereits mehrere Auszeichnungen: 2003 Schönstes Dorf Sachsens, Goldplakette im Bundeswettbewerb 2004 Europäischer Dorferneuerungspreis 2005 Goldmedaille im Europäischen Wettbewerb www.bertsdorf-hoernitz.de